Biografie - Elvis: That's The Way It Was

Elvis Presley (8.1.1935-16.8.1977) war ein berühmter Sänger, Musiker, Entertainer und Schauspieler aus Memphis, Tennessee, USA. In seiner 24jährigen Schaffensperiode nahm er über 800 Lieder aus vielen verschiedenen Musikrichtungen (Rhythm and Blues, Blues, Soul, Country, Rock 'n' Roll, Gospels, Christmas Songs, Beat, Balladen ...) auf.
Diese Songs arrangierte er auf seine Art, entwickelte seinen eigenen unvergleichlichen Stil und machte sich die Musik so zu eigen.
 
Elvis hat 31 Spielfilme und 2 Dokumentationen gedreht und über 1100 Konzerte gegeben. Seine Musik wurde und wird milliardenfach verkauft.
 
Alleine in den USA erhielt er 170 verschiedene RIAA-Awards (Gold, Platin, Multi-Platin). Von den 14 Grammy-Nominierungen erhielt er drei, und zwar für seine Gospelalben! Er ist als einziger Künstler in 5 „Halls of Fame“ vertreten, dazu wurden 6 seiner Interpretationen als „historisch besonders bedeutsam“ in die „Grammy Hall of Fame“ aufgenommen.
 
 
Noch etwas außer Zahlen?
 
Allerdings. Er war in seiner Wirkung ein Revolutionär, und, obwohl oft und unverdient aus den unterschiedlichsten Richtungen geschmäht, bleibt er am Ende einer der meistgeliebten Menschen der Weltgeschichte.
 
Er hat Mauern eingerissen und weltweit Menschen dazu inspiriert, sich selbst zu entdecken, darunter auch viele bedeutende Musiker, Künstler, Autoren, sogar Politiker.
Sein Engagement für sozial Benachteiligte war vorbildlich.
Von Elvis Presleys Leben und Wirken geht eine solche Faszination aus, dass unzählige Menschen aus allen Bereichen versucht haben, eine Erklärung dafür zu finden. So sind Abertausende von Abhandlungen entstanden: mit biographischem, wissenschaftlichem und poetischem Ansatz und nichts scheint erschöpfend zu sein.
Aber es gibt auch einfache Worte, z. B. von seiner Cousine Patsy Presley:
„Eines weiß ich von meinem Cousin. Er liebte den Herrn und machte immer alles so gut er konnte. Er gab sich größte Mühe. Er war ein Mensch, und das heißt, er hatte Fehler. Doch sein Herz war größer als ganz Mississippi und Tennessee zusammen. Und solange es irgendwelche Geräte gibt, mit denen man Musik hören kann, werden die Leute Elvis hören. Und ihn lieben. Weil seine ganze Liebe in seiner Musik steckt.“
In diesen Worten spiegelt sich der bescheidene und liebenswerte Charakter wider, den der Superstar und „King“ selbst nie verloren hat, obschon ihm sein vielfältiges Talent, seine Ausstrahlung und seine Arbeitshaltung so viel Erfolg – natürlich auch Missgunst – brachten, dass er schon früh geschützt werden musste.
 
Er konnte und wollte nie die armen Verhältnisse vergessen, aus denen er kam, und er hat nie die Menschen vergessen, die weiterhin unter Armut und Vorurteilen leiden. Er wollte auf seine Art helfen. Seine Großmut und seine demokratischen Ideale, seine Dankbarkeit auch gegenüber den wenigen Menschen, die ihn uneigennützig gefördert haben, schützten ihn davor, Ressentiments zu hegen oder seine Macht einseitig einzusetzen.


Klingt das revolutionär?

Dazu die Stimmen einiger Zeitgenossen:
 
Leonard Bernstein: „Elvis ist die größte kulturelle Kraft des 20. Jahrhunderts. Er hat überall einen neuen Taktschlag eingeführt: in die Musik, die Sprache, die Kleidung, es ist eine ganz neue soziale Revolution...“
 
 Udo Lindenberg: „Elvis hatte es drauf: Mit eingebauten Kugellagern in den Gelenken und dem verträumt-trotzigen Erosblick hat er sogar den aufrechten Westfälinnen in meiner kleinen Heimatstadt Gronau in die Unterkleider geguckt ... Damals, 1957, ich war elf, schoss aus dem Radio Elvis Presley mit „Tutti Frutti“, und die ersten Takte verbrannten meine bisherigen Lieblingslieder ...Worum es ging, verstand ich nicht, aber dieser Schluckaufgesang und die elektrisierende Musik rockten mich durch, und ich rannte in die Küche, schnappte Töpfe und Kochlöffel ... Elvis Presley hatte mich angezündet und ich dachte: Jetzt ist Erdbeben ...“
 
 Little Richard: „Er war ein Integrator, Elvis war ein Segen. Sie wollten die schwarze Musik nicht durchlassen. Er öffnete die Tür für schwarze Musik.“

Vor Elvis

„Vor Elvis gab es nichts.“ Wir verstehen John Lennons Aussage als Hommage an sein inspirierendes Vorbild aus der Teenagerzeit.
Aber natürlich wurden Elvis’ Stammbaum sowie seine musikalischen Einflüsse fleißig untersucht und unglücklicherweise nicht immer ohne den Nebengedanken, ihn in eine bestimmte Richtung zu vereinnahmen oder gar abzutun.
 
Seine Vorfahren sind hauptsächlich arme Handwerker und Baumwollpflücker aus  Mississippi, schottisch-irischen Ursprungs. Frühe Vorfahren in der mütterlichen Linie sind außerdem französisch (Mansell), indianisch (Morning White Dove), jüdisch (Martha Tackett). Väterlicherseits führen Spuren 300 Jahre zurück nach Schottland und Deutschland.
 
Etwa zur Zeit ihres 21. Geburtstags verliebt sich die hübsche dunkelhaarige Näherin Gladys Love Smith in einen hübschen blonden Jungen: den 17jährigen Hilfsarbeiter Vernon Elvis Presley. Das Liebesglück ist groß, tanzen und singen tun sie leidenschaftlich gern, und bereits zwei Monate später heiraten sie heimlich. Beide sind allerdings der bitteren Armut ihrer Kindheit kaum entwachsen, haben keine eigene Bleibe und nur eine äußerst mangelhafte Schul- und Ausbildung. 

 

Geburt und Kindheit in Tupelo

 

Als Gladys schwanger ist, zimmert Vernon ein Holzhäuschen neben das Häuschen seiner Eltern im Armenviertel von Tupelo. Grund und Baumaterial gehören einem reichen Landwirt.
Am 8. Januar 1935, kurz vor Sonnenaufgang, herrscht helle Aufregung in dem ärmlichen Holzhaus: Gladys hat Zwillingssöhne geboren, von denen der erstgeborene, Jesse Garon, tot zur Welt kommt. Der andere, Elvis Aron, ist gesund und munter. Er bleibt ihr einziges Kind, das sie fortan liebevoll und gewissenhaft aufzieht.

 

Elvis wächst im Kreise der Großfamilie auf. Er ist ein heiteres und lebhaftes Kind. Aber schon früh muss er auch Sorgen und Ängste miterleben. Arbeitslosigkeit und Hunger bleiben nach der Weltwirtschaftskrise auch seiner Familie nicht erspart. Als Elvis drei Jahre alt ist, kommt sein Vater wegen Scheckbetrugs (er fälschte den Preis für ein Schwein) ins Gefängnis. Immer wieder muss die Familie umziehen, weil sie die Miete nicht bezahlen kann. Elvis spürt die Verzweiflung und die Scham seiner Mutter und er erweist sich jetzt schon als besonders liebevoll, empfindsam und verantwortungsbewusst. Nachts wird er nicht selten von Fieber und Albträumen geschüttelt. Er wird Schlafwandler. Die Schlafstörungen werden ihn Zeit seines Lebens begleiten.
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Die Familie findet Trost in der „Assembly of God Church“, wo sich dem kleinen Jungen leidenschaftliche Musik und Predigten tief einprägen.
Bei der Einschulung hat Elvis Glück: Die „East Tupelo Consolidated School“ in seiner Nähe ist eine Mittelpunktschule, die gut ausgestattet ist und engagiert geführt wird. Als Elvis zehn Jahre alt ist, berichtet seine Lehrerin dem Direktor von dem Gesangstalent des Kindes. Er darf seine Schule im Wettbewerb der großen „Mississippi-Alabama Fair“ repräsentieren und singt als schmächtiger kleiner Junge ohne Begleitung vor einem großen Publikum „Old Shep“. Immerhin belegt er den 5. Platz.
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Kurze Zeit später kaufen ihm die Eltern seine erste Gitarre.
Eine gezielte musikalische Förderung von außen wird ihm nie zuteil. Musik zieht ihn magisch an und ohne viele Worte wird er nun bewusst Autodidakt. Zu Hause gibt es die traditionellen keltisch-amerikanischen Melodien, im schwarzen Nachbarviertel die westafrikanischen Rhythmen und den Blues, und immer wieder die durchfahrenden Country-Sänger. Vor allem aber Gospels und Spirituals haben es ihm angetan: „Meine erste Liebe war spirituelle Musik“. In Kirche und Schule stehen Instrumente wie Harmonium und Klavier, die er benutzen darf. Wenn er den Pfarrer bittet, zeigt der ihm einige Griffe auf der Gitarre.
   

Jugend in Memphis

1948 ist die kleine Familie wieder einmal finanziell am Ende. Sie zieht zur nächsten Großstadt in der Hoffnung auf Arbeit. Memphis erweist sich als großes Glück für Elvis, denn die Stadt bebt nur so von Musik aller Stilrichtungen. Wie überall gibt es klassische Orchester in den Parks und Country- und Tanzmusik in den Gaststätten. Aber Memphis ist zu dieser Zeit die Hochburg des Blues (in der nahegelegenen Beale Street) sowie der Gospelmusik aus den schwarzen und weißen Kirchen.
 
Der arme unauffällige Junge, zu dessen reichen natürlichen Gaben auch besonders gutes Wahrnehmungs- und Einfühlungsvermögen gehören, wird sich keine sechs Jahre später selbst als Glücksfall erweisen, und zwar nicht nur für Memphis!
 
Aber noch ist es nicht so weit. Der Vater findet keine rechte Arbeit, und der 13jährige hat Angst vor seiner großen neuen Schule, der „Humes High School“: „Sie werden mich nicht mögen, Papa.“ Elvis wird stiller. Es ist sein brennender Wunsch, der Armut zu entwachsen und das Los seiner Eltern zu erleichtern. Inzwischen ist auch die mittellose Großmutter Minnie Mae Presley zu ihnen gezogen. Doch seine Mutter bleibt fest entschlossen: Elvis soll erst einen richtigen Schulabschluss machen. Er ist ein braver Schüler. Englisch, Geschichte und Werken sind seine Lieblingsfächer. Zu Hause widmet er sich eher seinen intimeren Leidenschaften: dem Studium der Musik und den Mädchen.
Als er als Platzanweiser im Kino arbeitet, kann er immer wieder seine Lieblingsfilme anschauen.
 
Besonders starke Erlebnisse sind die Gospelkonzerte der renommierten Quartette „Blackwood Brothers“ und „Statesmen“ sowie die ergreifende spirituelle Musik in der „East Trigg Baptist Church“ die durch den afro-amerikanischen Pfarrer und Liedermacher Dr. W. Herbert Brewster geleitet wird.
Mit fortschreitender Pubertät entwickelt sich nun auch das feine Instrument seiner einzigartig ausdrucksvollen Baritonstimme sowie – endlich – gutes Aussehen.
 

Die ’50er Jahre

Elvis fällt trotz Schüchternheit und Wohlerzogenheit allmählich auf. Immer hat er seine Gitarre dabei. Er neigt zu exzentrischer Kleidung und frisiert sich - für die damalige Zeit - geradezu anstößig: langes Haar, zu einer „Schmalztolle“ hochgekämmt und Koteletten sind sein Markenzeichen. Immer wenn er singt, hören die Leute wie gebannt zu.
 
1953: Vorbereitungen
 
In seinem letzten Schuljahr ergreift Elvis erstmals seit Tupelo wieder die Gelegenheit, sich vor einem größeren, nicht unbedingt wohlgesinnten Publikum zu beweisen: Im Schulkonzert bekommt er erstaunten und begeisterten Applaus, Zugaben werden verlangt. Elvis ist überglücklich über den Ausgang dieser heimlichen Prüfung: „Sie mögen mich!“
 
Im Juni macht er seinen Schulabschluss und kann endlich mehr Geld verdienen, u. a. als Lieferwagenfahrer für die „Crown Electric Company“, wo er eine Lehre zu machen hofft. Doch trotz Glück in der Liebe – seine Freundin Dixie Locke will er heiraten, sobald sie 18 ist – ist er unruhig.
 
Aus dem lokalen Radiosender kennt er den Namen eines Aufnahmestudios: „Memphis Recording Service“ („Sun Studio“ nach dem unabhängigen Sun Label), dessen Gründer, Sam Phillips, schon einige, vor allem afro-amerikanische Talente entdeckt hat.
Dort kann man für drei Dollar eine private Aufnahme machen. Elvis singt die Balladen „My Happiness“ und „That’s When Your Heartaches Begin“.
Es ist zwar nur die Assistentin, Marion Keisker, die ihn an diesem Tag hört, aber später wird er sagen, dass diese Frau ihm zum Durchbruch verholfen hat.
 
Keisker, die auch etwas vom Geschäft versteht, notiert seinen Namen und erinnert ab und zu ihren zerstreuten Chef an den ungewöhnlichen jungen Sänger, den sie besonders für Balladen geeignet findet.
 
1954: Entdeckung
 
Im Januar erscheint Elvis nochmals im „Sun Studio” und singt „I’ll Never Stand In Your Way“ und „It Wouldn’t Be The Same Without You“, diesmal vor Sam Phillips. Eine Reaktion darauf bekommt der 19jährige erst im Juni: er darf mit dem Gitarristen Scotty Moore und dem Bassisten Bill Black Lieder proben.
 
Am Abend des 5. Juli haben diese drei „self-made“-Musiker aus armen Verhältnissen einen Termin im kleinen „Sun Studio“. Sie spielen zunächst wieder traditionelle Balladen. „Alles schon dagewesen“, meint Sam Phillips. Elvis, das zunächst schüchterne „Kind“ im Studio, fühlt sich aber jetzt allmählich richtig wohl mit seinen virtuos einfühlenden Begleitern.
 
Als  Sam gerade im Nebenraum ist, legt Elvis auf einmal los: er singt Arthur Crudups „That’s All Right, Mama“ so wie daheim, wenn seine Cousins zu Besuch sind und keiner still sitzt. Mit der Gitarre setzt er einen energiegeladenen Rhythmus. Seine Begleiter feuern den Spaß genial an. Was gibt es zu verlieren?
Sam kommt zurück.
Was er soeben gehört hat, ist das wahre Gefühl der neuen Generation, unbändige Lebenslust gepaart mit dem brennenden Verlangen, traditionelle soziale und rassische Fesseln zu sprengen: eine heiße, sehr eigene Mischung aus Rhythm & Blues, Country und Gospel.
 
Nun geht alles blitzartig:
8. Juli 1954:
Radio-Erstausstrahlung von „That’s All Right“ und Interview durch den bei schwarzen und weißen Jugendlichen beliebten DJ Dewey Phillips mit starken Reaktionen aus der Hörerschaft. Die Sendung „Red, Hot and Blue“ ist legendär.
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19. Juli:
Erste veröffentlichte Single „That’s All Right“/„Blue Moon Of Kentucky“  auf dem „Sun Label“.
30. Juli:
Erster großer Auftritt mit Scotty Moore und Bill Black in der „Overton Park Shell“, einer Freilichtbühne in Memphis. Erstmals erleben die professionellen Kollegen die elektrisierende Bühnenpräsenz dieses Jungen. Für Sam und Dewey Phillips offenbart sich, dass ihre „Entdeckung“ auch als Vortragskünstler eine Sensation ist: Zum Gesang kommt die besondere Körpersprache, die zunächst nur die Musik dirigieren und akzentuieren will, aber zusammen mit einer beinahe kindlichen Unschuld aufregend sinnlich wirkt.
Mit traumwandlerischer Sicherheit kommuniziert er mit seinem Publikum. Jetzt schon fangen die Teens an, ihn immer wieder bei seinem Vornamen zu rufen.
16. Oktober:
Nach seiner zweiten erfolgreichen „Sun“-Single hat Elvis seine Premiere in der populären „Louisiana Hayride Show“, in Shreveport, Louisiana, die über Radio gerade im Süden USA weithin ausgestrahlt wird. Elvis bekommt dort ein längeres Engagement, und damit können Elvis und seine „Blue Moon Boys“, Scotty und Bill, allein von ihren Konzerttouren leben.
 
1955: Der Weg nach oben
 
Elvis’ Ruhm verbreitet sich im Süden wie ein Lauffeuer.
Alle Lieder sind Hits: „Baby Let’s Play House“, „Mystery Train“, „Milkcow Blues“ … Durch Stimmakrobatik, Hüftschwung und den verführerischen Blick aus dunkel umrandeten Augen geraten junge Frauen außer sich. Aber Erotik ist nicht alles: Typisch sind auch ungewöhnliche Tanzschritte, in denen er wie ein Mann wirkt, der sich mit ungeheurer Willenskraft aus dem Sumpf befreit.
Auf die Journalistenfrage, warum das Publikum so schreit, antworten die jugendlichen Fans: „Er versteht uns!“ und Elvis selbst antwortet: „Sie müssen etwas los werden, und ich helfe ihnen dabei.“
 
Der Manager
 
‚Colonel’ Tom Parker, der erfolgreiche Manager der Country-Stars Eddy Arnold und Hank Snow, wird auf Elvis aufmerksam. Bald tut der geriebene Geschäftsmann alles, um den noch minderjährigen Star vertraglich fest an sich zu binden.
 
Er wird fortan Elvis bis zu dessen Tod managen, ihn schnell zu einem sehr reichen Mann machen sowie selbst unmäßig von ihm profitieren.
 
Als erstes bringt er ihn bei der größten Plattenfirma der USA „RCA-Victor“ in New York, unter: Sam Phillips verkauft Elvis für eine bis dahin unerhörte Summe von $35.000.
 
1956: „King“
 
Im Jahr seiner Volljährigkeit (mit 21) stellt Elvis einen Rekord nach dem anderen auf. Er wird zum internationalen Superstar und daheim zum demokratisch gekrönten König: der „King of Rock ’n’ Roll“ ist geboren.
 
Energie, Witz, Ausstrahlung, Anziehungskraft des „First Atomic Powered Singer“ suchen ihresgleichen. Neben ihm verblassen die anderen, von ihm selbst verehrten musikalischen Genres seiner Heimat, die erst später gerade auch durch Elvis’ Weltruhm eine starke Neubelebung erfahren werden.
 
Erste Goldene Single: „Heartbreak Hotel“/ „I Was The One“. Weitere Hits, wie „Don't Be Cruel“, „Hound Dog”… Es folgt das erste Goldene Album. Erster Fernsehauftritt in der „Dotl_files/Biografie/1956_Love_Me_Tender.jpgrsey Brothers Stage Show“, nach der sich alle Showmaster um ihn reißen. Der beliebten „Ed Sullivan Show“ beschert Elvis Rekord-Einschaltquoten.
Ab August spielt er seine erste Rolle in einem Hollywood-Spielfilm: „Love Me Tender“, dessen Titelsong sofort um die Welt geht. Filmkritiker bescheinigen Elvis echtes Schauspielertalent. Zuschauermassen bei seinen Konzerttouren brechen Rekorde und erfordern viel Sicherheitspersonal.
Auch Colonel Parker, der ganz und gar die Geschäftsführung übernommen hat, wird der Herausforderung mehr als gerecht: Allein die noch nie dagtl_files/Biografie/1956_Tupelo.jpgewesene Vermarktung von Fanartikeln wird zum Millionengeschäft.
 
Elvis hat in rasendem Tempo seine frühere Welt hinter sich gelassen, auch den geliebten Teil dieser Welt, wie seine Freundin Dixie oder die Freiheit, sich in den Straßen von Memphis nach Lust und Laune bewegen zu können. Dafür werden jetzt kühnste Kindheitsträume wahr:
Am 26. September wird in seiner Geburtsstadt Tupelo der „Elvis-Presley-Tag“ ausgerufen. Wie im Märchen, so kehrt er als immens umjubelter „König der Herzen“ in die Stadt seiner ärmlichen Kindheit zurück. Die Einkünfte zweier Konzerte bei der „Mississippi-Alabama Fair“ spendet er für ein Jugendzentrum.
Seine Eltern, vor allem seine innig geliebte Mutter, kann er mit einem schönen Haus, mit Autos und anderen Schätzen verwöhnen.
 
Kontrovers
 
Elvis entzündet eine neue amerikanische und weltweite Jugendkultur, die besser ist als ihr hedonistischer Ruf, denn sie steht für Freiheit ganz allgemein, aber auch Freiheit von Vorurteilen, für Chancengleichheit und Nächstenliebe.
 
Elvis, kein Mann der großen Worte, vermittelt schon mit seinem Auftreten die Sehnsucht nach einer besseren Welt, in der es keine Schranken gibt zwischen Schwarz und Weiß, Arm und Reich, Mann und Frau. Und das alles gepaart mit einer gehörigen Portion Humor und Lebenslust.
 
Aber für viele Erwachsene, besonders die besser etablierten, ist Elvis’ Einfluss auf ihre Kinder ein Rätsel, sogar eine Bedrohung. Das Thema „Sittenverfall“ mobilisiert Politiker, Kirchenleute und Journalisten. Vulgär sei er, er verderbe die hohe Kultur, ja er fördere Kriminalität. Tatsache ist: neben seinem Sexappeal und seiner Herkunft aus der Arbeiterklasse erregt er Anstoß durch seine Öffnung hin zur afro-amerikanischen Kultur. Als Zeichen der Ablehnung werden seine Platten sogar vor laufenden Kameras zerbrochen.
 
In Interviews dazu verschafft er sich aber Sympathie, denn er wirkt gefasst, freundlich und offen, ja sogar gescheiter als seine Kritiker.
Seine Talente spielt er herunter. Den Wortführern bleibt noch das Nachäffen seines Südstaatendialekts.
 
1957: „Elvismania“
 
Die Fans, und das ist inzwischen der größte Teil der Jugend, lieben ihn umso mehr. In seine Konzerte kommen sie zu Zigtausenden, lassen sich ekstatisch verzaubern. Das Wort „Elvismania“ wird geprägt. Elvis hört sein eigenes Wort nicht mehr, sobald er die Bühne betritt, geschweige denn seine Musiker.
Die Sicherheitsvorkehrungen werden immer aufwendiger, denn besonders wilde weibliche Fans kratzen ihn blutig oder reißen ihm die Kleider vom Leib, ihre männlichen Begleiter wollen ihn deshalb verprügeln.
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Hollywood ist längst überzeugt von dem Potential des ebenso fotogenen wie vielseitigen jungen Stars. Elvis hat schon immer von einer Schauspielerkarriere geträumt, und so stimmt er zu, als Parker die Konzerttätigkeit herunterfährt und lukrative Filmverträge abschließt.
 
Die Dreharbeiten zu „Loving You“ und „Jailhouse Rock“ (mit Elvis’ berühmtester Tanzeinlage) bieten trotz harter Arbeit und souveräner Leistung des Hauptdarstellers eine willkommene Abwechslung. Außerdem trifft er seine eigenen Leinwand-Idole (z.B. Marlon Brando, Sophia Loren), die ihn glatt um Autogramme bitten.
Der Rock ’n’ Roll kommt nicht zu kurz: Soundtrack-Alben und neue Singles wie „All Shook Up“, verkaufen sich sensationell in alle Erdteile.
Erstmals zeigt Elvis seine Gospelleidenschaft: In der „Ed Sullivan Show“ (in der er nur von der Hüfte aufwärts gefilmt werden darf!) singt er nach seinem Rock ’n’ Roll und trotz Bedenken des erfahrenen Showmasters „Peace In The Valley“.
Der authentische Vortrag mit seinen Background-Sängern „The Jordanaires“, einem angesehenen Gospelquartett, überzeugt sowohl die Teenager als auch die Erwachsenen. Das Weihnachtsalbum „Christmas with Elvis“ mit dem herrlich anzüglichen Blues „Santa Claus Is Back In Town“ wird ein voller Erfolg.
 
Doch gegen Ende des Jahres kommt der Schock und Vorbote des Schicksalsjahres 1958: die Einberufung zum Militärdienst.
Weihnachten verbringt Elvis erstmals in Graceland, seiner Traumvilla, wo die Eltern nach Lust und Laune Tiere halten, Blumen und Gemüse ziehen können.
Bereits zu diesem noch relativ frühen Karrierepunkt spendet er große Summen für diverse Wohltätigkeitsorganisationen.
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1958: Schicksalsjahr
 
Das Jahr beginnt wirklich nicht schlecht: Sein vierter Spielfilm, „King Creole“, wird ein Meisterwerk, schauspielerisch und musikalisch. Der berühmte Regisseur Michael Curtiz zollt seinem Star Anerkennung.
 
Danach beginnen die Veränderungen, die zu Herausforderungen werden:
Am 24. März muss er zur Grundausbildung in Fort Hood/Texas einrücken. Er verweigert sich jeder Vorzugsbehandlung, wie sie Unterhaltungskünstlern vom Militär gern gewährt wird. Als seine Mutter sterbenskrank wird, muss er dann sogar um eine Besuchserlaubnis kämpfen.
 
Am 14. August stirbt Gladys Love Presley an Hepatitis und Herzversagen in Memphis.tl_files/Biografie/1958_Elvis_on_Gladys_grave.jpg
Elvis ist vor Schmerz wie umnachtet, registriert kaum die Beileidsbekundungen aus aller Welt.
 
Dann müssen die amerikanischen Fans sich damit abfinden, dass er auch räumlich von ihnen entfernt werden soll: Am 22. September geht Elvis in New York zusammen mit 1300 anderen Soldaten an Bord des Truppentransporters „USS General Randall“, der sie nach Deutschland bringt.
Er trägt sein Schicksal äußerlich mit Fassung. Seine Trauer und die Sorge um seine zukünftige Karriere kennen nur die engsten Freunde.
 
 
Deutschland: 1. Oktober 1958 bis 2. März 1960
 
So elend, wie den amerikanischen Fans bei seinem Abschied zumute war, so begeistert wird Elvis am 1. Oktober an der Columbuskaje in Bremerhaven von seinen deutschen Fans begrüßt.
 
Zwar weiß man schon, dass er hier nur ein normaler G. I. sein wird und kein Konzert geben darf, aber der legendäre „King“ ist er doch, und der begehrteste Junggeselle der Welt sagt, er freue sich auf die deutschen „Fräuleins“.
Elvis kommt nach Friedberg in Hessen zu seiner Einheit in den „Ray Barracks“.
Da er aber abhängige Familienmitglieder hat – er lässt Vater Vernon und Großmutter Minnie Mae gleich nachkommen – darf er mit ihnen und zwei Freunden als Leibwächtern außerhalb der Kaserne wohnen.
Nach etwas wilden Hotelaufenthalten in dem benachbarten Kurort Bad Nauheim mietet er ein Haus in der Goethestraße 14.
 
Aber auch hier lässt er sich keine Zeit zum Nachdenken und Trauern:
Privatl_files/Bilder/Biografie/army_home.jpgt widmet er sich wieder gründlicher der Musik. Gitarre und Klavier sind natürlich immer da, aus der Heimat lässt er sich neue Platten kommen, und er ist begeistert über die neuen Anregungen aus Deutschland und Italien: im Radio hört er Opern, große Klassiker und Folklore.
 
Seine Stimmausbildung hört nie auf: Mit einem neuen Freund, dem G. I. und Sänger Charlie Hodge, übt er nach Dienstschluss.
Auch um seine Fans kümmert sich Elvis. Da sein Haus ständig belagert ist, lässt er ein Schild anbringen: „Autogramme von 19:30 bis 20:00“, und daran hält er sich tatsächlich.
Aus aller Welt kommt tonnenweise Post: viel Arbeit, vor allem für die deutsch-amerikanische Sekretärin und Freundin Elisabeth Stefaniak. Elvis telefoniert regelmäßig mit seinem Manager und wird einigermaßen beruhigt: das Interesse der Fans und der Verkauf der letzten Singles lassen nicht nach.
 
Als Soldat ist Elvis äußerst pflichtbewusst (schließlich steht er auch noch unter ständiger Beobachtung der weltweiten Presse): er muss sehr früh aufstehen und harte körperliche Arbeit leisten, dazu kommen die üblichen Manöver im besonders kalten Winter in der Oberpfalz. Seine Kameraden mögen ihn und seine Vorgesetzten sind zufrieden, er wird mehrmals befördert.tl_files/Bilder/Biografie/elvis_1960whitebelt.jpg
 
Privat begeistert sich Elvis für eine fernasiatische Kampfsportart: Jürgen Seydel, „Vater des deutschen Karate“, unterrichtet ihn erstmals in Bad Homburg. Die Anforderungen wie Energie, Präzision und Konzentration liegen Elvis.
Fortan wird er die Karate-Leidenschaft in den USA mit populär machen und gern über die Philosophie dieser Form von Selbstverteidigung sprechen.
 
In der Freizeit unternimmt er mit Freunden Spritztouren nach München und Paris; die Presse berichtet über kurze Liebschaften (u. a. mit Vera Tschechowa).
 
Ein gefährliches „Medikament“
 
Wie macht Elvis das alles? Trotz guter körperlicher Verfassung wird die Erschöpfung morgens deutlicher.
In der Armee kursiert ein Wirkstoff dagegen: Amphetamin.
Elvis, der den Kontrollverlust durch Alkohol und andere Rauschmittel verabscheut, begrüßt nun dieses nützliche neue Mittel und wird dessen Gefahrenpotential zu spät erkennen.
 
Priscilla
 
Noch etwas begegnet ihm in Deutschland, das sein Leben verändert:
Im September 1959 sieht er zum ersten Mal die 14jährige Offizierstochter Priscilla Beaulieu. Sie verehrt ihn schon lange und er verliebt sich Hals über Kopf in sie. Eine vorsichtige, zärtliche Beziehung bahnt sich an, aber der restliche Presley-Haushalt steht Kopf vor Angst: das darf nicht an die Öffentlichkeit! Acht Jahre später wird er Priscilla heiraten.
 

Die ’60er Jahre

1960: Elvis is back!
 
Recht schnell sind die Monate seines Militär-Dienstes herum, obwohl zwei Jahre für die schnelllebigen USA durchaus eine lange Zeit der Abwesenheit sind. Aber als Elvis am 2. März zurückkehrt, übertrifft der Empfang seine kühnsten Erwartungen: Überall wo der Zug hält, der zurück nach Memphis bringen soll, jubeln ihm Tausende Menschen zu.
Dass der Manager und die treuesten Fans die ganze Zeit über seinen Namen hochgehalten haben, wird er ihnen nie vergessen.
 
Ob die harte Militärzeit ihn ernüchtert hat? „Wie denn?“ Elvis versucht im Interview, ein Schmunzeln zu verbergen. Das Training war nichts gegen den Extremsport seiner Konzerte „und rocken und rollen tun Panzer auch ganz schön“.
 
Zu Hause gibt es natürlich keine Erholung, denn nicht nur seine Fans, sondern große Teile der Unterhaltungsindustrie warten dringend auf neues Material. Elvis ist bestens vorbereitet und kann es selbst kaum erwarten. Die Bandbreite der Aufnahmen in Nashville zeigt eindrucksvoll die weiter gereiften Besonderheiten seiner Stimme wie Fülle und Sanftheit bei größtem Tonumfang, Vielseitigkeit, Intensität, Leichtigkeit, und die erstaunliche Kontrolle, mit der er schnell hintereinander feinste Gefühlsnuancen wie Zärtlichkeit, Sehnen, Dringlichkeit und schwer zurückhaltbare Energie in rhythmische Musik übersetzt.
 
Erstmals zeigt er auch seinen gott-gegebenen Opern-Tenor. Ein Motiv für die Vielfaltikeit der Genres in seiner Musik ist sicherlich der Wunsch, die Kulturen des Einwanderungslandes Amerika zusammenzubringen. Und noch etwas unterscheidet seinen Gesang weiterhin von manch anderem: Humor und Selbstironie, die sich durchaus mit starker Empfindung vertragen.
 
„It’s Now Or Never“ („O Sole Mio“), „Are You Lonesome Tonight?“, „A Mess Of Blues“, „Stuck On You“, „Reconsider Baby“ werden weltweite Hits. Es folgt das Album „Elvis Is Back“.
 
In der Fernsehshow „Welcome Home, Elvis“ begrüßt Frank Sinatra ihn offiziell, lässt ihn singen und bittet ihn zum Schluss um ein Duett. tl_files/Biografie/1960_Elvis_Frank_Sinatra.jpg1957 hatte er den unerwünschten jungen Konkurrenten noch auf das heftigste abgelehnt.
 
Zwei neue Filme entstehen: „G. I. Blues“, eine leichte Musical-Komödie, zu der die Schauplätze der US-Armee in Deutschland noch während Elvis’ Stationierung gefilmt worden waren. Der Film spielt Millionen ein, und der Soundtrack wird zu einem der erfolgreichsten Elvis-Alben. Der Western „Flaming Star“ schlägt ernstere Töne an: es geht um das Schicksal eines Mannes mit weißem Vater und indianischer Mutter.
 
Im Oktober nimmt Elvis 13 Gospels auf, aus denen das Album „His Hand In Mine“ entsteht. Die befreundeten Sänger und Musiker im Studio (darunter Chet Atkins) spüren deutlich, dass diese Lieder aus tiefstem Herzen kommen.
 
1961-1963: Filmfabrik Hollywood
 
Was will Elvis noch? Er ist reich, sehr berühmt, und inzwischen mögen ihn sogar alle. Hat er nicht erreicht, was er sich gewünscht hat, was überhaupt ein Mensch wünschen kann? So denkt jedenfalls Manager Parker, nachdem er einen langfristigen Vertrag mit Filmdirektor Hal Wallis in Hollywood unterschrieben hat.
Der gefeierte Star gibt Anfang 1961 noch drei große Benefizkonzerte: zwei in seinem geliebten „Ellis Auditorium“ in Memphis, und eines auf seiner Lieblingsinsel: in Pearl Harbor, Hawaii.
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Dann beginnt die Filmarbeit, auf die sich Elvis anfangs freut, weil er hofft, auch als Schauspieler reifen zu können. Aber schon bald gerät er in eine Mühle, aus der er nicht entlassen wird: auch weniger anspruchsvolle Musical-Komödien bringen Hollywood viel Geld, wenn Elvis die Titelrolle hat. Und dieses Geld soll er nun über Jahre hin zuverlässig beschaffen. Die nächsten Filme machen ihm noch Freude: In „Wild In The Country“ ist die Hauptrolle ernsthaft. „Blue Hawaii“ ist eine Komödie mit guten Nebendarstellern. Auch der Soundtrack ist geglückt: Rock, diesmal mit hawaiianischen Klängen, sowie „Can’t Help Falling In Love“, das sofort zum Welthit wird.
Der Film wird zum erfolgreichsten Kassenschlager und damit zum Unglück für Elvis: das Muster für garantiert einträgliche Filme ist geboren und weitere Drehbücher dürften keine Mühe mehr machen: Hübsche Mädchen sind hinter Elvis her und er lässt sich nach etlichen Liedern und Problemen mit seinen Gegnern letztendlich doch einfangen.
Erwähnenswert sind die Filme „Follow That Dream“ und „Kid Galahad“, in denen er sein komödiantisches Talent sowie seinen umwerfenden Charme zeigen kann. „Fun In Acapulco“ erfreut mit gekonnten lateinamerikanischen Einlagen, „Roustabout“ mit besserem Soundtrack.
Nicht selten gibt es hoch-offizielle Unterbrechungen bei den Dreharbeiten, wenn fremden Regenten auf USA-Staatsbesuch ein Sonderwunsch genehmigt werden soll und sie Elvis kennen lernen dürfen.
 
Etliche Singles wie „Good Luck Charm“, „Return To Sender“, „Bossa Nova Baby“  werden Super-Hits.
 
1964 -1965: „Crying In The Chapel”
 
In vielen weiteren Filmen kann er als Schauspieler und Musiker nur hoffnungslos unter seinem Niveau arbeiten. Obwohl er versucht, das Beste daraus zu machen, ist er innerlich todunglücklich.
Spätestens jetzt erkennt er, dass seine künstlerische Laufbahn in eine Sackgasse geraten ist. Während er sich gefangen fühlt, erobern die „Beatles“ die Welt, die „Rolling Stones“, Bob Dylan – und weitere Stars, die von Elvis inspiriert wurden.
 
Der nächste Film „Viva Las Vegas“ wird jedoch ein Feuerwerk: die Dreharbeiten sind der Beginn einer wahren und tiefen Liebesgeschichte zwischen Elvis und Ann-Margret, dem talentierten schwedischen Co-Star und irgendwie springt der Funke auf den ganzen Film über.
 
Nur gerät Elvis dadurch auch privat in einen schlimmen Konflikt: während er hier die Frau gefunden hat, die ihn wohl als einziger Mensch tatsächlich versteht, lebt seine junge Freundin Priscilla abgeschirmt in Graceland und wartet auf ihn.
 
Spirituelle Suche
 
Mit dreißig Jahren ist er nicht mehr so gesund, wie er aussieht. Depression, Schlaflosigkeit sowie extreme Diäten und Training für seine sportlichen Filmrollen machen ihn anfällig für hohe Dosen von verschreibungspflichtigen Medikamenten.
 
Ausgleich und Trost findet er in seiner Lektüre zu Philosophie und Religion. Er schließt sich einer kalifornischen Bewegung an: „The Self-Realization Fellowship“, gegründet 1920 von dem Inder Paramahansa Yogananda. Die Lehren des Yogis  sind ökumenisch, sie bieten einen Schirm für alle Weltreligionen und sind weit entfernt von Fundamentalismus oder charismatischem Personenkult.
Im Überschwang seiner spirituellen Sinnsuche erschreckt Elvis einmal seine Umgebung, als er ernsthaft überlegt, ob er nicht in ein Kloster eintreten sollte.
 
Parker setzt alle Hebel in Bewegung, um ihn von seinen philosophisch und religiös interessierten Freunden zu trennen. Das gelingt ihm jedoch nur eine kleine Weile, denn das spirituelle Interesse und die Sinnsuche des Superstars sind hartnäckig.
 
1966-1967: „How Great Thou Art“
 
Etwas kann ihm niemand nehmen: die Gospelmusik. Begeistert hört er unter anderen Odetta, Aretha Franklin und Mahalia Jackson. Im letzten Jahr war „Crying In The Chapel“ seine erfolgreichste Single, und nun will er ein dementsprechendes Album aufnehmen.
 
Am 25. Mai 1966 trifft er sich mit seinen Lieblingsquartetts „The Jordainaires“ und „The Imperials“ und drei Sängerinnen in Nashville. Auf mehrere temperamentvolle Gospels folgt eine etwas ungewöhnliche Wahl: ein schwedisches Kirchenlied aus dem 19. Jahrhundert: „How Great Thou Art“.
 
Weggefährte Jerry Schilling beobachtet eine besondere Stimmung im Studio:
„Während er diese Hymne sang, wurde er bleich, erschüttert, wie in Trance. An seinem Gesichtsausdruck erkannte man, dass sein Gesang direkt aus der Seele kam. Danach war es lange still im Raum. Doch niemand dachte daran, dass Elvis soeben den Beitrag für seinen ersten Grammy geliefert hatte.
 
Am 1. Mai 1967 heiraten Elvis und Priscilla in Las Vegas. Die Zeremonie wird in einem Raum des Aladdin-Hotels gehalten, an der nur ein kleiner Kreis von Gästen teilnehmen darf. Später wird es noch einen Hochzeitsempfang auf Graceland geben.
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1968: „Comeback Special“
 
In diesem Jahr erobert der König mit einem Satz seinen Thron zurück!
Privat beginnt 1968 sanft und schön: Am 1. Februar wird das ungeduldig erwartete und unendlich geliebte Töchterchen Lisa Marie geboren.
Rührende Schlagzeilen, etwa wie „The King Is Rocking His Baby“ können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Name Presley in der Rock-Szene nur noch als historisch angesehen wird.
 
Auch der Manager erkennt, dass es Zeit wird, dass Elvis sich wieder live als Musiker zeigt. Parker verhandelt wegen einer Fernsehshow mit dem Sender NBC. Doch Elvis ist zurückhaltend: wenn er jetzt wieder nur als braver „All-American- Boy“ vorgeführt werden soll, ist es endgültig aus.
Erst als der Name des jungen Regisseurs Steve Binder fällt, stimmt Elvis zu. Binder hatte kurz zuvor seine eigene Karriere gefährdet, als er im Fernsehen zeigte, wie die englische Sängerin Petula Clark Harry Belafonte umarmt.
Und Binder, in dessen Kreisen man Elvis gar nicht mehr wahrgenommen hatte, ist gleich bei der ersten Begegnung bezaubert: „Ich bin ein Hetero, wie er im Buche steht, aber jeder, egal ob Mann oder Frau, lässt alles stehen und liegen, um ihn anzuschauen. Er sah so gut aus. Auch wenn man gar nicht wüsste, dass er ein Superstar ist, würde man etwas Besonderes in seiner Gegenwart spüren.“
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Das Comeback, in dem Elvis die ersten „unplugged“ Konzerte gibt, gelingt nicht nur, es schlägt ein wie eine Bombe: „Wenn es je Musik gegeben hat, die blutet, dann diese.“
Mit einer Raubkatze wird er verglichen, in seinem schwarzen Lederanzug, so kraftvoll, dynamisch, explosiv ist sein Rock, so sanft und elegant sind seine Balladen.
 
Das Schlusslied „If I Can Dream“ ist seine Hommage an den verehrten Martin Luther King, dessen Ermordung, ausgerechnet in Memphis, Elvis furchtbar erschüttert hat.
 
 
 
 
1969: „In The Ghetto“ und Sturm auf Las Vegas
 
In diesem Jahr gibt es zwei berufliche Höhepunkte:
 
Im „American Sound Studio“ in Memphis, das mit seiner erstklassigen Band auch von Dusty Springfield, Neil Diamond und Roy Hamilton genutzt wird, nimmt Elvis 30 neue Lieder auf, mit Elementen aus Rock, Blues, Soul und Country.
Die jungen Bandmusiker, die einiges auf ihren hochmodernen Stil halten, sind schwer angetan von Elvis. Es entstehen viele große Hits wie „Long Black Limousine“, „Kentucky Rain“, „Stranger In My Own Home Town“. Die wichtigsten aber sind „Suspicious Minds“ und „In The Ghetto“.
Das letzte Lied appelliert an soziales Mitgefühl und tiefempfundene Sehnsucht nach einer besseren Welt, etwas, das Elvis auf beinahe unheimliche Art vermitteln kann.
 
Viel spektakulärer verläuft jedoch die Eroberung von Las Vegas: als bekannt wird, dass er nach 8 Jahren endlich wieder auf die Konzertbühne zurückkehren wird, und zwar in das neue „International Hotel“ in Las Vegas, gerät die glamouröse Stadt des Showbusiness in ein alle infizierendes Elvis-Fieber.tl_files/Biografie/1969_Elvis_Vegas_Live.jpg
Die einen freuen sich vor allem auf gute Geschäfte und die anderen, auch internationale Fans und Stars, können es kaum erwarten, die Legende mit eigenen Augen zu sehen oder wiederzusehen.
 
Bevor Elvis am 31. Juli mit der Konzertreihe beginnt, sind alle 57 Konzerte mit jeweils 2200 Zuschauern ausverkauft.
Nach wochenlangen Proben mit einer Top-Besetzung an Musikern und Begleitsängern präsentiert sich Elvis in Höchstform, dynamisch und selbstsicher wie nie zuvor. Weit entfernt von dem Elvis der ’50er Jahre, aber durchaus mit geschichtlicher Dimension, setzt er wieder ganz neue Standards.
 
Das aufregende „Presley-Feeling“ ist immer noch das gleiche, die Körpersprache immer noch wild, aber disziplinierter: die Befreiungstanzschritte sind durch gekonnte, karate-inspirierte Bewegungen ersetzt.
Die Konzerte rufen eine überwältigende Reaktion hervor. Die Kritiker sprechen enthusiastisch vom eindrucksvollsten Comeback der Rock-Geschichte und andere Stars freuen sich begeistert mit ihm.
 
Bei all dem erledigt er in diesem Jahr die restlichen Verpflichtungen aus Hollywoods Mammutvertrag. Dass der letzte Spielfilm, „Change Of Habit“, sogar ausgesprochen sehenswert ist, merken viele nicht mehr: der wirkliche Elvis lenkt sie ab.
 

Die ’70er Jahre

1970: That's The Way It Is
 
Nun gibt es kein Zurück mehr.
Wegen der unerschöpflichen Ticket-Nachfrage will das Management des „International“ (später „Las Vegas Hilton“) sich sofort mit Colonel Parker an einen Tisch setzen, um neu zu verhandeln. Der inzwischen schwer spielsüchtige Manager, dem es in Las Vegas gefällt, kritzelt eilig seine Bedingungen auf die Tischdecke: viel Geld und gute Konditionen für sich selbst stehen dabei an erster Stelle. Dafür verlangt die Hotelleitung eine lange und harte Vertragsbindung: einen Konzertplan, der sich für Elvis als zermürbend herausstellen wird.
 
Aber noch ist Elvis überglücklich, dass er zurück in sein Hauptelement gefunden hat, seine alten Fans nicht enttäuscht und ständig neue hinzugewinnt.
26. Januar bis 23. Februar: die zweite Konzertreihe beginnt in Las Vegas mit 57 Shows: Elvis steht täglich zweimal und sieben Tage in der Woche auf der Bühne des größten Showrooms in „Sin City“.
 
Auf der Bühne trägt er erstmals Jumpsuits, die ihm optimale Bewegungsfreiheit geben (vor allem während seiner Bewegungen zu „Suspicious Minds“ war schon einmal die eine oder andere Hose geplatzt): es sind einteilige Anzüge aus elastischem weißen Wollgabardine. Schöne Verzierungen, Troddeln, Gürtel sind so angebracht, dass sie seine Bewegungen akzentuieren. Jeder, der in Las Vegas Rang und Namen hat, wohnt diesem Ereignis bei, von Fats Domino bis Zsa Zsa Gabor sind alle anwesend.
 
Als weibliche Fans an der Bühne um Küsse betteln, steht jemand sehr Bekanntes in der Reihe: Priscilla Presley, die ihren Mann privat nur wenig zu Gesicht bekommt.
tl_files/Biografie/Houston_Astrodome.jpgGleich danach beginnt er - erstmals seit 1957 - wieder mit einer Tournee: 6 Konzerte im riesigen „Astrodome“ in Houston/Texas, mit insgesamt etwa 180 000 Zuschauern.
 
„Elvis war meisterhaft. Seine Stimme bleibt die beste in der Rock- und Popmusik, seine Bühnenbewegungen in perfekter Harmonie mit der Musik."
Juni: lange Sessions im Studio in Nashville. Es entstehen 34 neue Songs aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen, darunter ein beinahe wagnerianisch melodramatisches „I’ve Lost You“, in dem es um eine zerbrechende Ehe geht, sowie „Bridge Over Troubled Water“, „Walk A Mile In My Shoes“, Lieder, die ihm – und daher seinen Hörern – viel bedeuten.
 
10. August bis 8. September: Wieder in Las Vegas gibt Elvis hintereinander 58 neue, bahnbrechende Konzerte. MGM ist diesmal anwesend und dreht einen Dokumentarfilm: „Elvis – That’s The Way It Is“. Dieser Film vermittelt auch heute noch Elvis Presleys Magie.
An den Gesichtern der Zuschauer erkennt man leicht, dass Elvis live ein geradezu wunderschöner Schock gewesen sein muss. Die anwesenden Musiker und Sänger sind zum großen Teil diejenigen, die ihn bis zum Ende begleiten werden, heute noch Stars, bekannt und beliebt in aller Welt.
 
Direkt danach geht es weiter auf Tournee: bei den insgesamt 8 Konzerten begeistert er Zehntausende von Fans zwischen Phoenix/Arizona und Mobile/Alabama. Gleiches spielt sich bei einer zweiten Tournee im November entlang der Westküste ab.
 
Im Dezember besucht der „amerikanische König“ spontan und heimlich den amerikanischen Präsidenten Richard Nixon. Diese Situation ist sehr bemerkenswert, da typisch Elvis und extrem protokoll-unüblich. Elvis umarmt Nixon und als dieser ihn auf seinen seltsamen Aufzug anspricht, erwidert Elvis: „Herr Präsident, Sie haben Ihre Show und ich meine.“
 
1971: „So I keep singing a song“
 
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Am 16. Januar nimmt Elvis ausnahmsweise persönlich eine Auszeichnung entgegen und hält dabei eine kleine Rede. Es ist der „National Jaycees Award“, der an  „Zehn Herausragende Junge Männer Amerikas“ des Jahres 1970 vergeben wird. Seit 1930 werden bedeutende Personen aus allen Bereichen für Errungenschaften und humanitäres Engagement geehrt.
Zu den Preisträgern gehörten schon Leonard Bernstein, Nelson Rockefeller, Orson Welles, Jesse Jackson, Teddy Kennedy. Die Ausarbeitung der Rede hat Elvis die ganze Nacht gekostet. Sie verrät viel über ihn und ist auch heute noch inspirierend:
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„When I was a child, ladies and gentlemen, I was a dreamer, I read comic books, and was the hero of the comic book. I saw movies, and I was the hero in the movie. So every dream that I ever dreamed has come true a hundred times.
And these gentlemen over here [referring to the other winners of the award], you see these are the type of people who care, who are dedicated. You realize: even if it’s not possible that they might be building the kingdom of heaven, it's not far-fetched from reality.
I'd like to say that I learned very early in life that 'Without a song, the day would never end/ Without a song, a man ain't got a friend/ Without a song, the road would never bend/ Without a song …’ So I keep singing a song.”
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[Als ich ein Kind war, meine Damen und Herren, war ich ein Träumer. Ich las Comichefte und war der Held des Comics. Ich sah Filme and war der Held im Film. Jeder Traum, den ich jemals hatte, ist also hundertfach wahr geworden.
Und diese Gentlemen hier [deutet auf die anderen Preisträger], sehen Sie, sie gehören zu den Menschen, die sich kümmern, die sich engagieren. Man erkennt: auch wenn es ihnen wohl nicht möglich ist, den Himmel auf Erden zu schaffen, so ist es doch gar nicht so abwegig.
Ich möchte sagen, dass ich schon früh im Leben gelernt habe: ‚Ohne ein Lied würde der Tag niemals enden / Ohne ein Lied hätte man keine Freunde / Ohne ein Lied würde der Weg sich niemals biegen / Ohne ein Lied ...’ Deshalb singe ich weiter ein Lied.]
 
1972: „Elvis On Tour“ und „Burning Love“
 
Seit zwei Jahren schon erfüllt Elvis seinen Las Vegas-Vertrag und geht zwischendurch auf aufreibende USA-Tournee. Im Vorjahr waren es 153 Konzerte, in diesem Jahr sogar 165.
Eine gute Vorstellung von einer solchen Tournee gibt die atemberaubende MGM-Konzertdokumentation „Elvis On Tour“, die prompt den „Golden Globe Award“ erhält.
 
Elvis, in seinen immer prächtigeren Kostümen, gewährt auch Einblick in die Routine vor und nach einem Konzert. Einzigartig ist dabei die Stimmung nach dem Konzert in den Hotelsuites, wo er mit Freunden und Sängern weiter singt oder nur zuhört, um die Konzertanspannung abzubauen: die Gospels sind sein „Beruhigungsmittel“. Sogar während eines Rockkonzerts bittet er einmal seine Backgroundsänger, das bekannte Quartett „The Stamps“, den Choral „Sweet Sweet Spirit“ zu singen, während er nur zuhört. Sein hingebungsvolles Gesicht dabei zu beobachten ist ein schönes Erlebnis.
 
Aber im Vergleich zu 1970 sind seine Bewegungen deutlich ruhiger, zwischendurch wirkt sein Gesicht blass und aufgedunsen, manchmal auch traurig.
Sein drittes Gospelalbum, „He Touched Me“, wird sehr gelobt und bringt ihm seinen zweiten „Grammy“ ein.
 
Im Juni gelingt es Elvis als erstem Künstler, den „Madison Square Garden“ in New York City  viermal hintereinander bis auf den letzten Platz zu füllen. Bei den Konzerten sind Kollegen wie Bob Dylan, Paul Simon, Art Garfunkel, George Harrison und David Bowie zugegen. Die als kritisch bekannte New Yorker Presse druckt enthusiastische Konzertbesprechungen und titelt z. B.: „Prinz von einem anderen Planeten“, „Talente reichlich intakt“.
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Zu den verschiedensten Liedern, die er neu aufnimmt, gehört „Burning Love“, um das ihn sein Produzent bittet.
Elvis muss sich dafür allerdings sehr zusammennehmen: Priscilla hat ihn verlassen. Obwohl seine eigene Untreue der Hauptgrund ist, merkt er jetzt erst, wie furchtbar er unter der Trennung von Frau und Töchterchen leidet.
 
Linda
 
Nach dem anstrengenden Triumph hätte Elvis unbedingt eine Pause gebraucht, aber stattdessen stürzt er sich geradezu in seine diesjährigen 166 Konzerte, die wieder alle im Voraus ausverkauft sind.
 
Innerlich ist er mit der offiziellen Scheidung von Priscilla am schlimmsten Tiefpunkt seit dem Tod seiner Mutter angelangt. Allerdings wird er durch seine sehr liebevolle und verständnisvolle Freundin getröstet.
Linda Thompson ist nicht nur bildhübsch, sondern auch gescheit: sie weiß, auf was sie sich einlässt, denn sie kennt seine Schwächen. Viel schwerwiegender als seine kleinen Schwächen ist aber seine langsame Selbstzerstörung durch die überhöhte Einnahme von Medikamenten. Alles Dinge, über die Elvis nicht spricht.
 
Lindas Einfühlsamkeit, ihren gemeinsamen guten Humor und Religiosität wird er in den nächsten Jahren dringend brauchen. Was er niemals bekommen wird, ist heilende und strenge medizinische Hilfe.
 
1973: „Aloha from Hawaii“
 
In diesem Jahr schreibt er mit seinem Konzert „Aloha from Hawaii - Via Satellite“-Special Fernseh-Geschichte. Das erste Live-Konzert, das über Satellit rund um den Erdball übertragen wird. Schon seit längerer Zeit wird Elvis von allen Kontinenten angefragt und hat selbst durchaus den Wunsch, seine ausländischen Fans zu besuchen.
Der Manager hält es allerdings nicht für durchführbar: „aus Sicherheitsgründen“ konnte eine Welttournee nicht stattfinden.
Doch nun sollen alle getröstet werden: Am 14. Januar findet in der „Honolulu International Center Arena“ das Konzert statt, das von mehr Menschen in der Erstausstrahlung gesehen werden wird, als je ein TV-Ereignis zuvor – ein sagenhafter Rekord.
 
In Amerika hat dieses Konzert höhere Einschaltquoten als die erste Mondlandung und Elvis zeigt sich wieder in Top-Form. Noch nie hat ein Unterhaltungskünstler so sehr die ganze Welt in seinem Bann gehalten. Die Einnahmen in Honolulu stiftet er dem „Kui-Lee-Krebsfond“. Der Superstar steht in seinem Zenit.
 
1974-1976: „Hurt“
 
Elvis hat ernstzunehmende Gesundheitsprobleme: Eine Augenkrankheit verschlimmert sich ständig, hinzu kommen sporadisch starke Bauchschmerzen und seine Schlaflosigkeit. Die Medikamente dagegen vertiefen den Teufelskreis: Schmerz- und Schlaftabletten, Abführ- und Aufputschmittel halten ihn leistungsfähig, geben der Erkrankung aber einen fatalen Verlauf. Dazu kommen Gewichtsprobleme, die durch veränderliche Wassereinlagerungen verursacht werden.
 
Sein Arbeitspensum verringert sich allerdings nicht: Manager Parker verkürzt zwar die Las Vegas-Gastspiele, aber nur um mehr Zeit für USA-Tourneen zu haben, die aufgrund der wesentlich größeren Arenen in den Millionenstädten lukrativer sind.
Für Elvis, der sich manchmal wieder wie gefangen fühlt, ist jede andere Bühne schon eine willkommene Abwechselung. Und eines gibt dem geborenen Entertainer immer erneute Kraft: Die Zuschauermengen nehmen nie ab. Im Gegenteil, es werden immer mehr.
 
Die Sicherheitslage ist etwas anders als in den ’50ern. Während gut eingespieltes Personal das normale Publikum unter Kontrolle hat, drohen nun gezielte Anschläge und Entführungen. Aber Elvis lässt sich durch nichts einschüchtern. Er reagiert mit schwerer Bewaffnung und weiterer Verteidigungsausbildung für sich und seine Leibwächter (offiziell gehört er bereits selbst zur Polizei). Wegen der Presse und seiner Fans kann er sich ja schon lange nicht mehr außerhalb seines Konvois bewegen. Scheinkolonnen müssen in alle Richtungen vorgeschickt werden.
 
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Während seine Musiker beinahe unbehelligt Flughäfen nutzen können, muss er schon mal nachts stundenlang in einer abgedunkelten Kolonne durch Niemandsland fahren. All das ändert nichts daran, dass Elvis seine Fans genauso liebt und braucht wie sie ihn lieben und brauchen.
Die meisten kommen immer wieder und staunen auch über sein enormes Gedächtnis: Er erkennt sie und sagt ihnen von der Bühne aus, wo er sie zuletzt gesehen hat. Viele Scherze werden ausgetauscht. Seine Zuschauer sind sein Kontakt zur Außenwelt.
 
Musik und Stimme lassen nicht nach. Zahlreiche neue Lieder werden aufgenommen, darunter so unterschiedliche wie „Promised Land“, „Trouble“, „Hurt“, „Talk About The Good Times“,  „Why Me, Lord?“. Mit vielen dieser Lieder kann Elvis seine wirkliche Stimmungslage sehr deutlich ausdrücken und seine Fans verstehen ihn: Trotz seiner Scherze zwischendurch machen sie sich Sorgen um ihn.
 
1975 wird er zweimal ins Krankenhaus eingeliefert und bleibt jeweils nur 2 Wochen, anstatt sich richtig auszukurieren. Die ausgefallenen Konzerte holt er nach...  
Im selben Jahr kauft er sich sein erstes Flugzeug, einen Langstrecken-Düsenjet, den er wunderschön einrichtet und auf den Namen „Lisa Marie“ tauft. Vorher vergewissert er sich, ob man damit nach Europa fliegen kann...
 
1976-77: „My Way“
 
Elvis ist schwerkrank, sein Blutdruck hoch, sein Körper aufgeschwemmt, sein Gesicht kaum wiederzuerkennen, aber ab Februar ist er wieder auf Tour.
Viele alte Freunde sind nicht mehr da, denn er hat sie selbst weggeschickt: seine Freundin Linda, die fast fünf Jahre lang Tag und Nacht bei ihm war und ihn mehrfach gerettet hat, „darf gehen“. Beide wissen genau, dass es für Linda auch besser so ist, denn immer wieder hat sie umsonst versucht, ihn von seiner selbstzerstörerischen Lebensweise abzubringen.
 
Drei Leibwächter, darunter Red West, der von Schulzeiten an beinahe wie ein Bruder für Elvis war, werden gefeuert. Offizieller Grund sind Einsparmaßnahmen, tatsächlich aber hat Elvis seine Leute nicht mehr im Griff: das oftmals rüde Benehmen der Bodyguards hatte mehrfach Gerichtsverfahren nach sich gezogen.
Die drei ehemaligen Leibwächter schreiben jetzt an einem Enthüllungs-Buch, in dem sie der Öffentlichkeit einmal sagen wollen, was wirklich mit ihrem geliebten Elvis los ist. Elvis aber sagt es ihnen auf seine Weise - in dem Lied „My Way“, das er dieses Jahr in sein Programm aufgenommen hat.
 
Zwar ist es Frank Sinatras Erkennungslied, aber es passt in diesen letzten Monaten nur zu Elvis und wird von ihm auch einzigartig interpretiert: „And now the end is near/ So I face the final curtain...I’ve lived a life that’s full/ I’ve traveled each and every highway...I did what I had to do/ And saw it through without exemption/ I’ve loved, I’ve laughed and cried/ I’ve had my fails, my share of losing…The record shows I took the blows/ And more, much more than this, I did it my way.”
 
[Und nun, da das Ende naht, erwarte ich den letzten Vorhang. Ich habe ein volles Leben gelebt, bin über jeden Highway gefahren. Ich tat, was ich tun musste, und habe es durchgezogen, ohne Freistellung. Ich habe geliebt, gelacht, geweint, versagt, meinen Anteil am Verlieren gehabt. Das Zeugnis zeigt, ich bin den Schlägen nicht ausgewichen. Und mehr noch zeigt es: ich habe es auf meine Weise getan.]
 
Über das angekündigte Skandalbuch, das Millionenumsätze verspricht, ist Elvis schier verzweifelt: was werden seine Fans denken, was seine Tochter Lisa Marie, wenn er nichts mehr richtigstellen kann? Er lenkt sich, wie so oft, mit Einkäufen und Verschenkaktionen ab. Vater Vernon ist verzweifelt, denn die Ausgaben sind enorm. Wird das Geld weiter fließen?
Ja, sagt der brave Sohn und geht auf Tournee, wo die riesigsten Hallen weiterhin ausverkauft sind.
 
Das letzte Lied
 
In einem Konzert singt Elvis eine neue Version seines „How Great Thou Art“. Diese Version ist aber auch heute nicht leicht zu ertragen, denn sie erscheint als ein musikalischer Aufschrei und erinnert an eine spätere Aussage des Geistlichen und Gospelkomponisten Dr. W. Herbert Brewster, der Elvis schon als Jugendlichen persönlich kannte:
„Elvis’ Stimme war von der Art, die mit dem Gedanken an das Martyrium [Jesus’] übereinstimmt ...Und dieses Echo wird niemals sterben."
 
Der Auftritt am 26. Juni in Indianapolis/Indiana wird sein ultimativ letztes Konzert sein und gleichzeitig das beste des vergangenen halben Jahres.
Neue Lieder wie „Moody Blue“ und „Unchained Melody“ geben dem Publikum ein angenehmes Gefühl, aber allerdings nur, wenn man die Augen schließt, denn der King sieht erschreckend schlecht aus.
Etliche Fans weinen.
 

16. August

Eigentlich hat er sich gesundheitlich ganz gut erholt und in seinem geliebten Graceland neue Lieder vorbereitet. Seine nächste Tournee soll am nächsten Tag in Portland, Maine, beginnen und die Crew ist schon vorgefahren.
 Am Abend zuvor hatte er eine Zahnbehandlung, die Schmerzmittel erforderte.
 
Am frühen Nachmittag, gegen 14.00 Uhr, findet seine Freundin Ginger Alden Elvis leblos auf dem Boden seines Badezimmers. Alle Wiederbelebungsversuche sind vergeblich.
Als Todesursache wird Herzversagen infolge von kardialer Arrhythmie angenommen.
 
Um 15.30 Uhr verbreitet sich die Schreckensnachricht wie ein Lauffeuer um die ganze Welt:
Elvis Aron Presley ist tot.
 
17. August
 
Bei großer Hitze strömen Menschenmassen zu Fuß auf Graceland zu. Hunderttausende kommen aus allen Teilen des Landes, um zu trauern und dem so geliebten Entertainer Respekt zu zollen.
Im Presley-Haushalt sind alle vollkommen überfordert: der Vater, die herbeigerufenen Freunde.
Nur die weltweite Presse hat schnell reagiert, scheitert aber bald an zusammengebrochenen Telefonleitungen und Staus in Memphis und Umgebung. tl_files/Biografie/19770817.jpgDoch dann geht es wie automatisch weiter: Bürger und Polizei von Memphis bringen den ganzen Tag per Hubschrauber Getränke, Nahrungsmittel und Sanitäter für die Menschen nach Graceland, die in der tropischen Sonne von Memphis im August ausharren. Alle Besucher werden versorgt und ein großer Teil kann sich persönlich von Elvis verabschieden.
Die Trauerfeier ist privat und nur im Kreis der engsten Angehörigen und Freunde.
 
„Elvis Presleys Tod nimmt unserem Land ein Stück von sich selbst. Er war einzigartig und unersetzlich. Mehr als 20 Jahre ist es her, dass er in die Szene platzte mit einer Wirkung, die es bis dahin noch nie gegeben hatte und die es wohl auch nicht mehr geben wird. Seine Musik und seine Persönlichkeit, die Zusammenführung von weißem Country und schwarzem Rhythm & Blues, veränderte für immer die Landschaft amerikanischer Kultur. Er hatte viele Anhänger, er war der Welt ein Symbol für die Vitalität, die Rebellion und den Humor unseres Landes.“ – US-Präsident Jimmy Carter, 17. August 1977
 

18. August
 
Unter großer, schweigender Anteilnahme der Öffentlichkeit, die sich zusammengehörig fühlt wie noch nie, wird Elvis zunächst auf dem „Forrest Hil“- Friedhof in einem Mausoleum beerdigt.
Der Straßenrand des Elvis-Presley-Boulevards ist von Trauernden gesäumt. Der Konvoi von 22 weißen Cadillacs, der von motorisierten Polizisten angeführt wird, gleicht einem Staatsbegräbnis.
Man hat das Gefühl, dass die Uhren für einen Augenblick still stehen.
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Nach einem Versuch, ein paar Tage später, seine Leiche zu stehlen, werden Elvis und Gladys Presley Anfang Oktober 1977 im Meditationsgarten auf dem Anwesen Graceland zur letzten Ruhe gebettet.
 

Nachwort

Elvis mag sich, wie viele Menschen mit Sonderbegabungen, oft einsam und unverstanden gefühlt haben.
Tatsächlich aber war er zu jeder Zeit von vielen Menschen umgeben: Großfamilie, Freundinnen, Leibwächter, Leibarzt, eng befreundete Musiker, Mitarbeiter, Haushalt. All diese Menschen und unzählige andere, die ihm begegnet sind, haben in den Jahrzehnten nach seinem Tod über ihre Zeit mit ihm geschrieben, und zwar oft gar nicht aus Profitgier, sondern gerade um falsche Aussagen aus profitgierigen Verzerrungen – in die eine oder andere Richtung – zu widerlegen.
 
Bedeutende Musik-Schriftsteller und Historiker haben so viel von dem reichhaltigen Material gesichtet, dass sie inzwischen das Wahre von dem Falschen trennen können.
Trotzdem gibt es kein einzelnes Buch, das seiner Persönlichkeit gerecht wird. Es sind die vielen längeren oder kürzeren Berichte einzelner Menschen aus den verschiedensten Perspektiven, die zusammengenommen ein unvergleichliches Bild ergeben, heiter und traurig zugleich, von „Elvis, der eine gebende Seele war, der Millionen von Menschen berührt hat und immer noch geliebt wird.“
 

Verfasst von: Irene Ickler

Quellen

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  51. “Stand By Me. The Gospel Music of Elvis Presley”, DVD-Dokumentation: Edel Records GmbH, 2006
  52. Wikipedia, http://en.wikipedia.org/wiki/Elvis_Presley#Legacy und http://de.wikipedia.org/wiki/Elvis_Presley, Oktober 2010
  53. The family tree: http://www.suite101.com/content/ancestry-of-elvis-presley-a29065