60 Jahre Rock 'n' Roll

Am 5. Juli 1954 nahm Elvis Presley mit Scotty Moore und Bill Black im SUN Studio in Memphis/Tennessee "That's All Right" auf.

Mit diesem Song des Blues-Musikers Arthur Crudup von 1946, den Elvis in einem neuen Stil einspielte, begann nicht nur seine außergewöhnliche Karriere, sondern auch der Durchbruch des Rock 'n' Roll.

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Elvis war nicht der Erfinder des Rock 'n' Roll, aber der Entertainer, welcher diesen Musikstil bekannt und "salonfähig" gemacht hatte. Zunächst wurde Elvis "Hillbilly Cat" und "The Pelvis" genannt. Erst später entstand der Titel "King of Rock 'n' Roll". Der Begriff "Rock 'n' Roll" im Zusammenhang mit der Musik wurde vom DJ Alan Freed Anfang der 50er geprägt. Es war zunächst ein Synonym für den schwarzen "Rhythm and Blues", den die Jugend gerne hörte, jedoch durch die Rassentrennung von den vorwiegend "weißen" Radio-Stationen nicht gesendet wurde. Während die Weißen immer noch die sogenannten "Crooners" wie Bing Crosby, Frank Sinatra, Dean Martin sowie Country Musik und Big Bands wie Glenn Miller hörten, entwickelten die "schwarzen" Musiker aus dem "Rhythm and Blues" den "Rock and Roll". Der Stil wurde nur noch nicht so genannt. Mit Rocket 88 hatte der ursprüngliche Pianist Ike Turner, der erst später auf die Gitarre umstieg, bereits 1951 einen "Rock 'n' Roll"-Song, welcher von Sam Phillips bei Memphis Recording Service produziert wurde, jedoch von Chess Records in Chicago unter dem Namen von Jackie Brenston und seinen Delta Cats veröffentlicht wurde. Brenston war der Saxofonist in Turners Band "Kings of Rhythm". Damals lernte jeder von jedem und half mit seinem eigenen Stil mit, den "Rock 'n' Roll" zu entwickeln. Little Richard, benutzte Turners Piano-Intro nur leicht verändert für den Song Good Golly Miss Molly. Richard wurde durch seine Songs wie Tutti Frutti (1955) und Lucille (1957) bekannt. Chuck Berry startete 1955 mit Maybellene bei Chess. Er komponierte und spielte Hits wie Roll Over Beethoven (1956) und Johnny B. Goode, das zwar bereits 1955 entstanden war, jedoch erst 1958 veröffentlicht wurde. Und die Weißen schauten von den Schwarzen ab. Bill Haley, der mit einer Mischung aus Rhythm and Blues und Country-Musik begonnen hatte, machte mit seiner Coverversion von Rocket 88 auf sich aufmerksam. 1953 hatte er mit seiner Band Bill Haley & His Comets mit Crazy Man, Crazy den ersten nationalen "Rock 'n' Roll"-Hit. Der Song Shake, Rattle and Roll von Jess Stone war zunächst vom schwarzen Blues-Musiker Big Joe Turner gesungen worden, wurde jedoch von Bill Haley bekannt gemacht. Haleys größter Erfolg war Rock Around The Clock von 1954, der insbesondere durch den Film Blackboard Jungle 1955 (in Deutschland Saat der Gewalt) bekannt wurde.

Sam Philips vom SUN Studio in Memphis suchte einen weißen Sänger, der den "scharzen Sound" populär machen konnte und genau das gelang am 5. Juli 1954 mit Elvis' Version von That's All Right! Dewey Phillips spielte den Song am 8. Juli im Radio auf WHBQ und so begann die Karriere des Elvis Presley und der Aufschwung des Rock 'n' Roll!

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In Elvis' Haus Graceland gibt es die Sonderausstellung "60 Years of Rock 'n' Roll" und am heutigen Tag finden unzählige Events zum Thema in Memphis/Tennessee statt.

Andreas Pendl, EPG

 

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