Duke Bardwell und Elvis

Duke Bardwell verstorben

Duke Bardwell, Bassist, Gitarrist, Sänger und Songwriter, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Ein genaues Sterbedatum sowie Angaben zur Todesursache wurden bislang nicht veröffentlicht.

Am 19. August 1943 in Baton Rouge, Louisiana, geboren, wuchs Bardwell in einer musikalischen Familie auf. Sein Vater spielte Posaune in Swingorchestern. Duke selbst begann im Alter von sechs Jahren mit der Ukulele, wechselte später zur Gitarre und erlernte weitere Instrumente. Bereits als Jugendlicher trat er mit Bands auf und verdiente sein erstes Geld als Musiker. In den 1960er-Jahren spielte er unter anderem bei den „Dixie Crystals“ und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Rockband „The Greek Fountains“. Die Gruppe teilte sich die Bühne mit Künstlern wie „The Animals“, „Paul Revere and the Raiders“ und „Sonny & Cher“.


Der Weg zu Elvis

Bardwells Weg zu Elvis führte über Los Angeles und die Arbeit im Aufnahmestudio. Dort spielte er Bass bei Sessions mit José Feliciano, die von Steve Cropper produziert wurden. Bei diesen Aufnahmen lernte er Schlagzeuger Ronnie Tutt kennen, der zur TCB Band gehörte. Als Jerry Scheff sich aus dem Tourneegeschäft zurückzog und Emory Gordy Jr. wegen anderer musikalischer Verpflichtungen nicht zur Verfügung stand, empfahl Elvis’ Schlagzeuger Ronnie Tutt Bardwell als neuen Bassisten. Dieser bereitete sich anhand von drei Alben auf die erste Probe vor – und bekam den Job.

Im Januar 1974 begann damit ein Kapitel, das für ihn musikalisch von besonderer Bedeutung war. Bis April 1975 spielte er bei insgesamt 181 Konzerten mit Elvis. Zu den Höhepunkten zählten die beiden Auftritte im Houston Astrodome, die Konzerte im Forum in Los Angeles und vor allem Elvis’ Auftritt in Memphis 1974. Das Konzert vom 20. März wurde für das Album „Elvis Recorded Live on Stage in Memphis“ aufgenommen. Auf der LP ist Bardwell sogar direkt zu hören, als Elvis ihn während der Ansage anspricht. Im Interview mit Arjan Deelen erinnerte sich der Bassist daran, dass die Musiker erst unmittelbar vor dem Auftritt von der geplanten Albumaufnahme erfuhren und dafür eine Freigabe ihrer Rechte unterschreiben mussten. Nach dem Konzert besuchte er Graceland. Dort erhielt er von Elvis persönlich seine TCB-Kette, eine besondere Erinnerung für ihn.

Auch im Studio arbeitete Bardwell mit Elvis. Im März 1975 nahm er an Sessions für das Album „Today“ teil. Seine Bassspur ist auf der Single „T-R-O-U-B-L-E“ zu hören; für das fertige Album wurden seine Beiträge jedoch weitgehend nicht verwendet. Bardwell berichtete später offen, dass die Entscheidung, seinen Vertrag nicht zu verlängern, für ihn eine unschöne Erfahrung gewesen sei. Gleichzeitig betonte er, wie gern er mit den Musikern James Burton, Ronnie Tutt und Glen D. Hardin gespielt habe. Sein Verhältnis zu Elvis beschrieb er rückblickend mit Zuneigung, ohne die schwierige Situation dieser Jahre auszublenden. Bardwell hatte den Sänger bereits als Jugendlicher bewundert und war von dessen Stimme und Ausdruckskraft beeindruckt. Im Jahr 1974 und Anfang 1975 erlebte er jedoch einen Elvis der körperlich und emotional unter Druck stand. Bardwell machte aus seiner Zusammenarbeit aber keine einfache Erfolgsgeschichte. Er sah seine Zeit in der Band vielmehr als große musikalische Chance, für die er trotz aller Schwierigkeiten dankbar blieb.


Ein Musiker mit eigenem Profil

Nach seiner Zeit mit Elvis arbeitete Bardwell weiter als Musiker und Songwriter. Er spielte unter anderem mit dem Folk-Sänger Tom Rush, war an Aufnahmen von Emmylou Harris beteiligt und arbeitete mit Gene Clark. Gemeinsam mit dem Gitarristen Trevor Veitch schrieb er den Song „Bayou Country“, der von verschiedenen Musikern aufgenommen wurde.

1985 ließ sich Bardwell in der Region South Walton an Floridas Golfküste nieder. Dort fand er eine neue musikalische Heimat. 1990 gründete er gemeinsam mit Franko „Washboard“ Jackson die Band „Hubba Hubba“. Später spielte er auch mit Dread Clampitt und trat regelmäßig in Clubs und bei regionalen Musikveranstaltungen auf. Im Umfeld der Küstengemeinde war er über Jahrzehnte präsent – unter anderem im Red Bar in Grayton Beach und beim 30A Songwriters Festival. Viele nannten ihn schlicht „Unca Duke“.

Im Jahr 2000 veröffentlichte Bardwell sein Soloalbum „Angel’s Wings“. Seine Lebensgeschichte wurde zudem in der Dokumentation „Duke & The King“ aufgegriffen, die seine musikalische Entwicklung von der Kindheit in Louisiana bis zu seiner Zeit mit Elvis und seinem späteren Leben in Florida nachzeichnet.

Duke Bardwell war einer jener Musiker, deren Name vielen Elvis-Fans durch die Konzertaufnahmen der 1970er-Jahre vertraut ist, deren eigene Geschichte aber weit darüber hinausgeht. Er stand mit einem der bekanntesten Sänger der Musikgeschichte auf der Bühne, arbeitete mit Künstlern aus unterschiedlichen Genres und blieb über Jahrzehnte seinem Beruf treu. Seine Erinnerungen an Elvis zeigen einen Musiker, der die Bedeutung dieser Begegnung kannte, sie aber nicht zum alleinigen Maßstab seines Lebens machte.


R.I.P.


Quelle: 30a.com, YouTube

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