Rückkehr der Ray Barracks

Die Bundeswehr benötigt für den geplanten Ausbau zusätzliche Kasernen, Depots und Übungsplätze. Besonders dringend sind Kapazitäten für den Neuen Wehrdienst, der vor allem den Aufbau der Reserve unterstützen soll.

Die Umwandlung nicht mehr genutzter Bundeswehrflächen in eine zivile Nutzung – etwa für Wohn- oder Gewerbeprojekte – wird gestoppt, bis geprüft ist, ob die Bundeswehr diese Standorte doch wieder benötigen könnte.


Zunächst wurden acht ehemalige Militärstandorte als besonders geeignet identifiziert:


  • Rantzau-Kaserne in Boostedt
  • Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Cuxhaven
  • Kurpfalz-Kaserne in Speyer
  • JHQ ehemaliges NATO-Hauptquartier mit Wegberger Militärkomplex in Mönchengladbach
  • Unteroffizier-Krüger-Kaserne in Kusel
  • Ray Barracks mit ehemaligem US-Übungsplatz Ockstadt in Friedberg
  • Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen
  • Kanaal-van-Wessem-Kaserne in Soest


Neben diesen acht Standorten werden weitere ehemalige Militärflächen geprüft. Insgesamt befinden sich derzeit 174 Orte in der Untersuchung. Geeignete Flächen könnten künftig wieder militärisch genutzt werden, ungeeignete Standorte werden für eine zivile Nutzung freigegeben. Die Untersuchungen sollen voraussichtlich Ende 2026 abgeschlossen sein.


Was das genau für die Ray Barracks bedeutet ist noch nicht klar. Ein entscheidender Vorteil sich für diesen Standort zu entscheiden ist der dazugehörige ehemalige US-Übungsplatz Ockstadt, der direkt genutzt werden könnte, außerdem wurde das Gelände in eine „Strategische Liegenschaftsreserve“ überführt, was bedeutet, dass der Bund es aktuell für militärisch unverzichtbar hält und den zivilen Verkauf gestoppt hat. Dagegen spricht, das etwa 20 Gebäude auf dem Gelände unter Denkmalschutz stehen. Dies würde Umbauten erheblich erschweren und zusätzlich die Kosten in die Höhe treiben. Zusätzlich hat die Stadt Friedberg bereits weit fortgeschrittene Pläne für ein „Green Barracks“ Stadtquartier mit Wohnraum, Gewerbe und einem THM-Campus geplant. Sollte die militärische Nutzung zu teuer oder der Umbau zu komplex werden, könnte das politische Interesse an der Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum überwiegen.


Quelle: BMVg (Bundesministerium der Verteidigung), Foto: Wikipedia


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